Geschichte

Die Anfänge - zwischen Fußball und Weltkriegen

Zwar wird der 12.Juli 1923 als offizieller Gründungstag des Vereins festgehalten, dennoch sollte nicht verschwiegen werden, dass sich bereits vor dieser Zeit Fußballaktivitäten in Wendelstein entwickelten. Diese zu verschweigen, hieße den damaligen Idealisten nicht gerecht zu werden, zumal sich diese großer Schwierigkeiten zu erwehren hatten.

Die großartigen fußballerischen Erfolge der damaligen fränkischen Mannschaften auf Nationaler Ebene - 1.FC Nürnberg, 1848 Schwabach - könnten auch in Wendelstein einen Motivationsschub nach dem ersten Weltkrieg ausgelöst haben.

So trafen sich auf Einladung durch Hans Löhlein 11 Fußballinteressenten am 07. März 1919 im damaligen Gasthaus "Zum Ochsen" (heute Café Enßer) und beschlossen einen "Fußballclub" zu gründen. In Ermangelung eines Spielplatzes - so ein damaliger Beschluß - werde man sich schriftlich, mit der Bitte um Benutzung des Turngartens, an den örtlichen Turnverein wenden. Spieltage sollten am Sonntag Vormittag zwischen 9 und 11 Uhr stattfinden. Als Vereinslokal wurde das Gasthaus "Zum Hirschen" in der Fabrikstrasse bestimmt. Festgelegt wurde damals schon, dass innerhalb des Vereins keine Politik betrieben werden darf.

Bereits im Mai desselben Jahres trafen sich 17 Mitglieder des "Fußballclubs" um die Konsequenzen aus dem Antwortschreiben des Turnvereins hinsichtlich der Überlassung eines Spielplatzes zu beraten. Diesen Platz wollte der Turnverein dem "Fußballclub" nur dann zum Spielbetrieb überlassen, wenn sich dieser dem Turnverein als Unterabteilung anschließe. Das Beratungsergebnis: ein einstimmiger Beschluß! Demzufolge schließt sich der "Fußballclub" dem Verein an, wenn dieser die in zehn Punkten zusammengefaßten Bedingungen anerkennt. Somit wurde der Club in den Gesamtverein integriert.

Doch schon zu dieser Zeit traten die ersten Spannungen zwischen dem Hauptverein und der Fußballabteilung auf, da der Fußballabteilung die Aufführung eines Theaterstückes (!) noch vor Weihnachten verwehrt wurde. Dies mit dem Hinweis, dass der Hauptverein vor dem Fest noch einen Familienabend durchführen möchte.

Recht streng waren damals die Vorschriften gegenüber den aktiven Fußballern. So musste jeder Spieler der unentschuldigt vom Training fernblieb eine Mark bezahlen. Fehlte er gar unentschuldigt zu einem vereinbarten Wettkampfspiel, wurde er vier Wochen vom Spielbetrieb ausgeschlossen!

Parallel zu den organisatorischen und verwaltungstechnischen Arbeiten u.ä. - mit der Folge der Aufnahme in den Süddeutschen Fußballverband - entwickelte sich ein reger Spielbetrieb mit Privat- und Verbandsspielen. An letzteren beteiligten sich 1921 die Mannschaften der SpVgg Allersberg, TSV Altdorf, FC Burgthann, 1.FC Feucht, sowie neben Wendelstein auch die Turngemeinschaft Nürnberg. Natürlich musste jede Mannschaft damals Lehrgeld zahlen!

1923 entwickelte sich eine entscheidende Phase, die letztendlich zur Gründung des "Fußballvereins 1923" führte. Nachdem vom Turnrat beschlossen wurde, dass sämtliche Mitglieder des Turnvereins, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und nicht zum Turnen kommen aus dem Verein auszuschließen seien und für die Fußballabteilung eine Leichtathletik-Unterabteilung aufgestellt werden soll, in welcher sich die Fußballer an Übungen zu beteiligen haben, platzte den Fußballern der Kragen. Gegen diesen Beschluss erhoben sie daher einen "flammenden Protest". Da dieser nichts bewirkte, lud der bisherige Spielleiter Hans Löhlein, auf Drängen zahlreicher Fußballanhänger für den 12. Juli 1923 zu einer Gründungsversammlung eines selbstständigen Fußballvereins ein. 22 Gründungsmitglieder folgten dieser Einladung und wählten  aus ihren Reihen, vorläufig und bis zur nächsten Generalversammlung, Georg Metz einstimmig zum 1. Vorstand. Als Vereinslokal bezog der neugegründete "Fußballverein 1923" das Gasthaus Weigler "Zum Wenden". In der ersten Generalversammlung am 11. August 1923 wurde Hans Höfler zum 1. Vorstand gewählt. Eine Satzung in Anlehnung an die des 1.FC Feucht wurde beschlossen. Nun benötigte der Verein aber auch einen Sportplatz um den Sportbetrieb weiterzuführen. Dafür bot sich ein brachliegendes Gelände der Frau Elise Weigler in unmittelbarer, nordöstlicher Nähe zum bisherigen Platz zur Pacht an. Bereits im September fand die Einweihung des neuen Sportplatzes statt, nachdem die Mitglieder dazu einen freiwilligen und umfangreichen Arbeitsdienst leisteten.

 

 



 
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